Einstimmung auf den Propheten Mohammed

 

 

Da ist ein Gefühl von Hingabe an das Wesen Gottes - in einem solchen Ausmaß, daß man bereit ist, alles zu tun, um dem göttlichen Willen zu dienen. Es stellt also eine unglaubliche Kraft dar, die ein aufsässiges Volk in eine der größten Zivilisationen transformiert hat, die die Welt jemals kannte. Architektur, Astronomie, Kunst - viele Dinge. Mohammed wird als ein überwältigender König beschrieben: die Majestät seines Wesens war so eindrucksvoll für die Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, denn er war mit dieser enormen göttlichen Macht ausgestattet, über die wir im Sufismus sprechen. Und natürlich bedeutet es, all unsere Projektionen auf Darstellungen von Gott zu zerstören, die nicht Gott selbst sind, sondern nur Darstellungen, und ebenso unsere Anhaftung an diese Idole. Mohammed hatte zwei persönliche Lehrer: der eine war ein jüdischer Rabbi und der andere ein christlicher Mönch. Und er war sehr beeindruckt von der Religion Abrahams, die sich auf den einen Gott richtet, während die Menschen seines Volkes verschiedene Götter verehrten und sich gegenseitig aus Loyalität zu ihrem jeweiligen Gott bekämpften. Sie kämpften und diskutierten darüber, wer der größte Gott sei.
Allah bedeutet: der Eine, den wir anbeten, der Eine, den wir verehren. Nun, man muß sehr vorsichtig sein, daß diese Macht nicht zu Intoleranz führt, was der Fall ist unter Menschen, die - wie Pir-o-Murshid Hazrat Inayat Khan sagt - nicht Anhänger des Propheten, sondern Anhänger der Anhänger der Anhänger des Propheten sind. Aber die Macht dahinter ist die Macht Gottes.
Das war die Botschaft von Mohammed: die Zerstörung der Idole. Es ist offensichtlich, daß die Menschen aus Treue an ihren Propheten denken, wie er damals war. Ich glaube, daß die Religion der Zukunft nicht mehr ist, daß man in die Vergangenheit schaut, sondern in die Gegenwart und in die Zukunft. Diesen neuen Weg hat Prophet Mohammed aufgemacht.

Mohammed wollte die Transzendenz bewahren. Es gab es zu starke Neigung, Gott auf die Qualitäten von Christus zu reduzieren, oder sogar auf den Körper von Christus. Also stellte er das Gleichgewicht wieder her. Jelal-ud-din Rumi sagte: "Für den der in der göttlichen Immanenz verloren ist, offenbare Ich Meine Transzendenz; und für den, der in der göttlichen Transzendenz verloren ist, offenbare Ich Meine Immanenz". Das hat Mohammed getan: die Menschen daran zu erinnern, ihre Vorstellung von Gott nicht auf das Bild von Christus zu reduzieren.
So sehen wir in Christus das Wesen Gottes mehr und mehr menschlich werden, und im Wesen von Mohammed und im Islam generell den Willen Gottes, seine Direktive, seine Intention immer stärker hervortreten.

(Text-Zusammenstellung aus Meditationen mit Pir Vilayat Inayat Khan)

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